22.02.2012 - Sankt Petersburg …ab in die Eiszeit

Am 09. Februar 2012 ist es endlich wieder soweit. Nachdem die Los Fee der CL es dieses Mal mit der Attraktivität der Ziele nicht allzu gut mit uns gemeint hat, freuen wir uns endlich einmal wieder auf eine tolle Auswärtsfahrt.

Um kurz vor sieben Uhr geht es los nach Travemünde. Nicht das jetzt jemand denkt, wir würden die Reise mit dem Schiff machen, nein, wir steigen mit Doris und Uwe in den Shuttleservice der Sippe Meyer. Schwager Rüdiger ist so lieb und fährt uns zum Flughafen. Dort wartet schon eine Schlange von HSV Fans am Check in, wie immer viele bekannte Gesichter.

Um 11.00 Uhr startet der Flieger, Ankunft gegen 16.00 Uhr. So einen Flieger hatten wir auch mal…. Ach ja drei Stunden Zeitverschiebung. Ab ins Hotel und dann geht es los, das Abenteuer St. Petersburg. Der erste Abend verläuft noch recht ruhig. Wir machen nur einen ersten Rundgang ums Hotel, aber am nächsten morgen startet um 10.00 Uhr die Stadtrundfahrt. Olga (jeder andere Name hätte uns auch überrascht),  die deutschsprachige Reisebegleiterin, holt uns am Hotel ab. Es gibt sehr viel zu sehen, viele Kirchen, Schlösser, den Kreuzer Aurora und noch viel, viel mehr. Immer wieder macht Olga mit uns einen „traditionellen Fotostopp“. Also rein in die Klamotten  …. raus aus den Klamotten. Aber es ist wirklich alles sehr schön. Dann kommt der Halt am Souvenirshop, mit der Aussage von Olga, dass dort auch Vooooooooodka probiert werden kann. Das hätte sie nicht sagen sollen, denn plötzlich wollten alle auf einmal in den kleinen Laden. Die üblichen Verdächtigen natürlich zuerst. Nach dem dort auch noch so mancher Rubel den Besitzer gewechselt hat, geht es weiter zum nächsten „traditionellen Fotostopp“. Nach gut vier Stunden ist die Stadtrundfahrt beendet und wir nehmen unser Freizeitprogramm in Angriff. Ein bisschen bummeln ( Doris muss doch noch Geschenke für die kleine Lena haben), unsere Männer werden so langsam unruhig, also gehen wir noch lecker essen. Zurück im Hotel treffen wir auf den Vogelclan, Heike und Mareike, die gerade tote Ostblock Politiker erraten. Da machen wir doch einfach mal mit.

Am Samstagmorgen geht es dann bei fast -20 Grad zusammen mit Renate auf eigene Faust los die Stadt erkunden. Die Störti-Truppe macht sich auf zum Bernsteinzimmer, mit dem klaren Auftrag, ein paar Klunker mit zu bringen. Wir wollen uns in der Stadt noch einiges anschauen. Die Architektur ist wirklich toll. Man kann überall an den Fassaden tolle Verzierungen entdecken. Nachdem wir die Erlöserkirche besichtigt haben, kommen wir zum Winterpalast. Jetzt soll Uwe‘s großer Auftritt kommen, aber da war er falsch gewickelt. Keiner will sich so ‘n olles Schloss von innen ansehen, sehen ja doch alle gleich aus, diese Muff Buden. Und dann noch 10 € Eintritt, die spinnen wohl. Was uns da geritten hat, wissen wir auch nicht mehr, war wohl der Kältekoller. Tut uns leid Uwe, es war ein großer Fehler. Aber beim nächsten Mal. Zwischendurch können wir ja mal nach Glücksburg fahren und das Wasserschloss besichtigen. Die Admiralität war auch noch sehr schön, zu mindestens von außen. Wir haben wirklich viel gesehen und sind irgendwann zum Auftauen in ein Kaffee gegangen. So wirklich warm ist es eigentlich nicht geworden. Immer so um die -10 Grad. Am Abend mussten wir unser Essen dann nach Bildern bestellen, da das von uns gewählte Lokal nur eine russische Speisekarte hatte. Geschmeckt hat es trotzdem. Nach einiger Zeit hatten wir den Eindruck, dass wir in einer Kontaktbörse gelandet sind. Einige Mädels sahen stark danach aus  als wenn sie noch zur Schicht müssen. Sie verschwanden in geheimnisvolle Räume im Obergeschoss und verließen nach einiger Zeit die Lokalität mit Anhang. Wir haben uns jedenfalls köstlich amüsiert. Ein Absacker im Hotel und dann ab in die Koje, denn am Sonntag sollen wir ja für den eigentlichen Zweck unserer Reise fit sein. Morgens darf Uwe sich mit uns noch ein paar Metrostationen anschauen, als Entschädigung für den Winterpalast. Die Begeisterung bei ihm schlug Wogen. Danach darf Doris endlich noch ein paar Rubel für Kinderklamotten unter die Leute bringen. Schade, dass es so etwas nicht bei uns in Deutschland gibt. Dann müssen wir uns auch schon in die Fankluft schmeißen. An der Halle treffen wir Pino, es ist ein herzliches Wiedersehen, aber er hat natürlich nicht viel Zeit für uns. Endlich dürfen wir in die Halle und schon die nächste Enttäuschung: Michi und Keule stellen fest, dass die Reise sich nicht gelohnt hat. Es gibt keinen Fanstand und somit auch keine Pins. Aber sie entscheiden sich trotzdem zu bleiben, unter Protest (wo sollten sie auch hin) und wir unterstützen die Mannschaft lautstark. Das Spiel hat ja sicher jeder gesehen, dass müssen wir wohl nicht beschreiben. Wir hatten jedenfalls viel Spaß.

Am nächsten Morgen heißt es um 07.30 Uhr Ortszeit (04.30 Uhr in Deutschland – das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen) ab zum Flughafen. Dort treffen wir auf die Mannschaft, die Jungs sehen auch noch recht müde aus. Zum Rückflug bleibt nur noch zu sagen, dass die Wollmütze von Dule den Notausgang zu versperren drohte und der Saftschubser darauf bestand, diese in die Gepäckablage zu legen. Da kannte er keine Gnade. Gegen 10.00 Uhr sind wir wieder unter dem Applaus einiger Passagiere (wir haben immer gedacht, eine heile Landung ist normal) heil auf dem Hamburger Flughafen gelandet.

Alles in allem war es mal wieder eine gelungene Auswärtsfahrt. Jetzt hoffen wir im Achtelfinale auf einen weiteren attraktiven Gegner – in hoffentlich gemäßigten Breitengraden.

Verfasser: Heike